Portugal verbietet Legal Highs

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Portugal folgt dem Beispiel vieler weiterer EU-Mitgliedsstaaten und hat kürzlich einem restriktiven Gesetz gegen legale Drogen zugestimmt – was den Konsum neuer psychoaktiver Substanzen in die Illegalität drängt.

Portugal muss, wie viele andere Europäische Staaten, mit dem Phänomen der legalen Drogen fertig werden. Seit der erste „Smartshop“ 2007 eröffnete, sind solche Spezialgeschäfte gewuchert und es gibt nun mehr als fünfzig über das Land verteilt. Der Drogenprüfungsdienst, der von der APDES angeboten und vom Portugiesischen Hochkommissar für Gesundheit gefördert wird, entdeckte Mephedrone 2009, als es als Pflanzendünger verkauft wurde und deutlich als „nicht für den menschlichen Verzehr“gekennzeichnet war. Neben Mephedrone stieg auch der Verkauf weiterer neuer psychoaktiver Substanzen an, so wie synthetische Cannabinoide, die als Weihrauch vermarktet werden, oder andere Cathinone wie Methylon und MPDV. In letzter Zeit haben diese Substanzen durch einige Vorfälle an Bedeutung gewonnen, von denen in den Medien berichtet wurde, wobei hauptsächlich junge Menschen eine Rolle spielten, die Panikattacken erlitten oder sich unwohl fühlten. Es wurde von einigen Todesfällen berichtet, die mit dem Konsum diese Substanzen in Verbindung stehen, aber keinerlei kausale Verbindung wurde hergestellt.

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2001 unternahm Portugal einen Reform Ihrer Drogengesetze und entkriminalisierte den Konsum aller illegalen Substanzen. Nach zehn Jahren scheint die Rechnung aufzugehen: Es gab einen Rückgang sowohl bei der Zahl der problematischen Drogenkonsumenten als auch bei der Verbreitung des Risikoverhalts, das mit dem Drogenkonsum in Verbindung gebracht wird. Legale Drogen stellen jedoch eine neue Herausforderung für das rechtsprechende und medizinische Establishment dar. Der Fakt, dass diese Substanzen als nicht für den menschlichen Verzehr gedacht verkauft werden, umgeht das Gesetz und erlaubt es ihnen, frei zu kursieren. Letztes Jahr folgte Portugal einer Europäischen Direktive zur Behebung dieses Problems und setzte Mephedrone auf die Liste verbotener Substanzen. Genau wie in anderen Europäischen Staaten hat sich das Verbot als ineffektiv erwiesen, denn der Verkauf von Mephedrone hat sich einfach in den Untergrund verlagert und dabei seine Konsumenten mitgenommen, die vorher keinen Kontakt mit dem Schwarzmarkt hatten. In der Zwischenzeit tauchten neue Substanzen in den Regalen der Smartshops auf. Hinsichtlich der Legal Highs scheint das Gesetz immer einen Schritt hinter den Produzenten und Verkäufern zu sein. Das Gesetz, das von der Portugiesischen Regierung vorbereitet und vom Parlament Anfang diesen Jahres verabschiedet wurde, tritt am 7. März 2013 in Kraft und verbietet mithilfe einer 160 Substanzen umfassenden vorläufigen Liste jede kommerzielle Aktivität in Verbindung mit diesen Substanzen. Zu gegebener Zeit werden diese Substanzen, falls Ihre Toxizität bewiesen wird, in die permanenten Listen übernommen, welche ausdrücklich ihren Besitz und ihren Konsum verbieten. Das Gesetz ist im Grunde eine Maßnahme, um Smartshops zu eliminieren. APDES hält dagegen, dass das beschlossene Gesetz nicht effektiv bei der Regulierung des Marktes sein wird und die Substanzen weiter auf dem illegalen Markt zirkulieren werden. Weiterhin würden prohibitionistische Maßnahmen lediglich den Ansporn verstärken, neue Substanzen zu entwickeln, die aller Wahrscheinlichkeit nach gefährlicher sind als jene bereits auf dem Markt verfügbare sind.

Im letzten September traf sich die APDES mit der parlamentarischen Gesundheitskommission, um eine Vorlage zu diesem Problem zu unterbreiten, nachdem Sie eine Reihe von Empfehlungen entwickelt hatte, die auf die effektive Regulierung dieses Marktes zielen. Unser Vorschlag ist dem „restricted table“-Modell ähnlich, das in Neuseeland in Kraft ist.

Quelle:

http://drogriporter.hu/en/portugal_bans_legal_highs

Übersetzung:

Ultrakon

Hier noch ein Video das sich mit dem Thema auseinandersetzt:

3 Gedanken zu „Portugal verbietet Legal Highs“

  1. Oh, schon gelesen? Na es können aber doch nicht alle so gut englisch, und auf deutsch gibt es ihn erst paar Tage;-)

  2. so ist richtig! mit prohibition fahren wir seit mehreren jahrzehnten ja nur erfolge ein ….

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